
Chantal-Sophie Genzler mit
ihren Strand- und Meeres-
schätzen, im Juli 2010
(Fotos Stadtbibliothek
Hammelburg)

Bügelperlen

Fußballtickets

Radiergummis

Bemaltes Toilettenpapier
Kinderausstellungen sind ein fester Bestandteil der Stadtbibliothek Hammelburg. Bereits Tradition geworden sind die alle zwei Jahre stattfindenden großen Erlebniswelten, in denen Bücher lebendig werden. Diese werden in Zusammenarbeit mit den Kolleginnen aus Schwebheim durchgeführt. Dahinter steckt die Absicht, dass ein Bibliotheksbesuch Spaß machen soll und man dort immer wieder etwas Neues entdecken kann, mit dem man sich weiter beschäftigen möchte.
Auch das so genannte „Hosentaschenmuseum“ gehört zu diesem Konzept. In einer umgebauten Tischvitrine stellen Kinder alle vier bis sechs Wochen ihre gesammelten Schätze aus.
Und diese Schätze haben es in sich! Kinder sammeln und ordnen Dinge - Alltägliches wie Steine und Knöpfe, Kurioses wie Quartette und Eierbecher, aber auch Selbstgebasteltes wie die Bügelperlen und winzig klein gefaltete Origamifiguren.
Das Hosentaschenmuseum der Stadtbibliothek will diese Schätze sichtbar machen und die Kinder dazu anstiften, wie Pippi Langstrumpf selber als „Sachensucher“ unterwegs zu sein und eigene Sammlungen anzulegen. „Hosentaschenmuseum“ heißt die Plattform für Kinderausstellungen deshalb, weil es ursprüngliche Idee war, dass dort interessante Dinge, die man so in einer Hosentasche finden kann, gezeigt werden. Die Kinder können auch selber die Ausstellung gestalten.
Die Schätze in der kleinen Vitrine sind auch ein Beleg dafür, wie Kinderkultur heute aussieht. Gogos, Pokemons und Filly-Pferde sind bestimmt vielen Erwachsenen eher unbekannt und bieten vielseitige Einblicke in die Welt von Kindern.
Gogos? Die kannte das Bibliothekspersonal bisher auch nicht. Riccardos Gogos sind verrückte kleine Figuren zum Sammeln und Spielen. Es gibt 80 verschiedene Charaktere und jeder ist in fünf verschiedenen Farben erhältlich.
Beeindruckt haben viele Besucher die kunstvoll gefertigten Perlentiere von Silvan: Diplodocus, Zauberer, Poseidon und Zentaur hat er mit Perlen dargestellt.
Isabels Lurchi-Figuren erinnerten viele Erwachsene an ihre Kindheit: Lurchi, den Feuersalamander, gab es als Werbefigur einer Schuhmarke.
Wer hätte gedacht, dass es so viele verschiedene Formen von Radiergummis gibt? Verena sammelt sie - in Skateboard-, Kartoffel- oder Badeschlappenoptik!
Interessant waren auch die Cola-Dosen aus aller Welt, die sich Joshua von seinen Freunden mitbringen lässt. Egal ob aus Italien oder Australien - das Cola-Logo ist unverkennbar.
Schleich-Figuren scheinen ein begehrtes Sammelobjekt zu sein. Wildtiere, Feen & Drachen oder Black & White - in verschiedenen Themenzusammenstellungen waren sie schon in der Vitrine zu sehen.
Oft kaufen Kinder Objekte, die sie aus der Werbung kennen und sammeln sie, wie die berühmten Überraschungseierfiguren. Die werden in einer der nächsten Ausstellungen vertreten sein. Umso schöner ist es, dass Kinder auch noch an Objekten aus der Natur interessiert sind. Sebastian steckt sich besondere Steine, die ihm gefallen und in den Weg kommen, in seine Hosentaschen und legt sie daheim in einen Schuhkarton - und dann in unsere Vitrine.
Die außergewöhnlichste Ausstellung brachte aber Selina in die Bibliothek: Klopapierblätter! Egal wo sie hinkommt, überall nimmt sie sich ein Blatt von der Klorolle mit. Zuhause malt sie es dann mit Filzstiften an, indem sie die Struktur nachfährt. Von Blumenmustern bis hin zu Weihnachtsmustern - wer hätte das gedacht - lauter interessante Bilder!
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