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    Gedenktag


    Simone de Beauvoir

    1908-1986

    9. Januar 2008

    100. Geburtstag

    Franz. Schriftstellerin und Philosophin; "Die Mandarins von Paris", "Das andere Geschlecht"

    Simone de Beauvoir gilt als eine der führenden Frauen der europäischen Intellektuellenszene des 20. Jahrhunderts. Sie studierte ab 1925 an der Pariser Sorbonne und war erst die neunte Frau, die das prestigeträchtige Examen der agrégation in Philosophie bestand. Danach unterrichtete sie an einigen Lyzeen in Rouen, Marseille und Paris und erreichte damit finanzielle Unabhängigkeit vom Elternhaus, was ihr sehr wichtig war. 1943, die Nazis hatten Frankreich besetzt, erschien ihr erster Roman "Sie kam und blieb", der schon ihr "Lebensthema" aufgreift, die Sinngebung der Frau in einer von Männern dominierten Welt. In den ersten Nachkriegsjahren verfasste sie politische und existenzialistisch-ethische Essays, viele davon in der von Jean-Paul Sartre gegründeten Zeitschrift "Les Temps Modernes". Mit Sartre unternahm sie viele Reisen in die USA, die Sowjetunion sowie asiatische und südamerikanische Länder, beide engagierten sich gegen die Kriege in Algerien und Vietnam. In ihrem Roman "Die Mandarins von Paris" (1954) schilderte sie den Zerfall der linksintellektuellen Elite, "Das andere Geschlecht" (1949), eine Analyse der Frau in der patriarchalischen Gesellschaft, gilt als Standardwerk der feministischen Bewegung ("Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht"). Ihre mehrbändigen "Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" setzten sich freimütig mit sexuellen, sozialen und intellektuellen Fragestellungen der damaligen Zeit auseinander. "Ein sanfter Tod" (1964) schilderte den Tod ihrer Mutter. 1974 wurde de Beauvoir Präsidentin der Liga für die Rechte der Frau. Die letzten zehn Jahre mit Sartre, mit dem sie eine lange, "offene" Beziehung führte, schilderte sie in "Die Zeremonie des Abschieds" (1981).
    Simone de Beauvoir starb in Paris am 14. April 1986, 78 Jahre alt.

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