Dietrich Bonhoeffer
1906-1945
4. Februar 2006
100. Geburtstag
Theologe, ermordet im KZ Flossenbürg 09.04.1945
Dietrich Bonhoeffer stammte aus Breslau, sein Vater war Professor für Psychiatrie und Neurologie. Er studierte evangelische Theologie in Tübingen, Rom und Berlin und promovierte 1927 mit einer "Untersuchung zur Soziologie der Kirche". Nach einem Vikariat in Barcelona war er bis zum zweiten theologischen Examen 1930 Assistent an der Berliner Theologischen Fakultät, um dann bis 1933 als Privatdozent und Studentenpfarrer zu arbeiten. Nach der Machtergreifung Hitlers betreute er die deutsche evangelische Gemeinde in London-Sydenham. 1935 kehrte er zurück und leitete das Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Zingst und Finkenwalde. Er lehnte die Einstellung der Nazis zur "Judenfrage" offen ab und bekam Schreib- und Redeverbot, das Seminar wurde 1937 geschlossen. 1940 bekam er Kontakt zur deutschen Widerstandsbewegung und zu westlichen Regierungen. Die Gestapo verhaftete ihn am 5. April 1943, konnte aber erst nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 seine Widerstandstätigkeit nachweisen. Kurz vor Kriegsende wurde Bonhoeffer in das KZ Flossenbürg verschleppt, am 9. April 1945 (!) von einem SS-Standgericht hingerichtet. Im Gefängnis hatte er eine Sammlung von Briefen, Texten und Gedichten geschrieben, die unter dem Titel "Widerstand und Ergebung" veröffentlicht wurden.
"Wenn ein Wahnsinniger", sagte Bonhoeffer, "mit dem Auto durch die Straßen rast, kann ich als Pastor, der dabei ist, nicht nur die Überfahrenen trösten oder beerdigen, sondern ich muss dazwischen springen und ihn stoppen."
Bio- / Bibliografie, LinksWikipedia
Bonhoeffer-Gesellschaft Düsseldorf
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