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    Gedenktag


    Ernst Barlach

    1870 - 1938

    24. Oktober 2008

    70. Todestag

    Bildhauer und Schriftsteller; "Der singende Mann", Güstrower Ehrenmal "Der Schwebende"

    Ernst Barlach, geboren am 2. Januar 1870, Bildhauer, Graphiker und Schriftsteller, war ein Sohn der Stadt Wedel in Holstein. Nach dem Besuch einer Gewerbeschule studierte er an Kunstakademien in Dresden und Paris. Seine Anfänge als Bildhauer waren geprägt von Jugendstil und Symbolismus. Um die Jahrhundertwende zeichnete er für die bekannte Kulturzeitschrift "Jugend", 1904 nahm er eine Lehrtätigkeit an einer Keramikfachschule im Westerwald auf. Bald gehörte er auch zu den Künstlern des Münchner "Simplicissimus" und der "Berliner Secession". Mit einem Stipendium konnte Barlach 1909 in Florenz ein Atelier beziehen. Als bildender Künstler des Expressionismus konzentrierte er sich vor allem auf die Ausarbeitung von Gesicht und Händen seiner Figuren. Während des Ersten Weltkriegs, den er in Dänemark verbrachte, wandte er sich verstärkt Kampf- und Bibelmotiven zu. Barlach wurde in die Preußische Akademie der Künste (1919) und die Akademie der Bildenden Künste München (1925) aufgenommen, für seine literarischen Dramen erhielt er den Kleistpreis (1924). Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus stießen seine Antikriegs-Denkmäler auf immer lautere Kritik, 1936 beschlagnahmten die braunen Machthaber seine Werke (und die von Käthe Kollwitz u. a.) bei der Jubiläumsausstellung der Preußischen Akademie, die Figurengruppe "Christus und Johannes" zeigte man bei der Münchner Ausstellung "Entartete Kunst" im Jahr darauf.
    Ernst Barlach starb 68-jährig in Rostock. Einige seiner letzten Arbeiten, etwa "Das schlimme Jahr 1937" spiegelten seine ausweglose künstlerische und gesellschaftliche Lage in einer Atmosphäre des Ausgestoßenseins und der Verachtung.

    Deutsches Historisches Museum

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